800 Millionen Menschen tun es. Weltweit.
Mit einem Klick seine Meinung in der digitalen social media-Welt kundtun.
Aber ist das wirklich so?
Nein!
Das reine Anklicken eines Links bei Facebook sagt rein gar nichts aus. "XY gefällt das."
Ja, und was heißt das nun konkret? Wo sind Pro und Kontra? Wo ist konstruktive Kritik und eine ausgereifte Meinung, geformt von Argumenten?
Die Aussage, dass XY diese Statusmitteilung oder jenes Bild gefällt, ist regelrecht nichtssagend.
Natürlich ist das Verb "gefallen" positiv konnotiert, allerdings fehlt die verbale Tiefgründigkeit.
Somit gibt es ja Klicks, die ganz beiläufig - beim Durchklicken - durch spontane Impulse entstehen oder auch Klicks aus Sympathie.
Mal ehrlich:
1. Ist so ein Link schneller angeklickt, als wir gucken können und
2. Klicken ist doch viel bequemer als Tippen, ein Kommentar ist ja nicht obligatorisch...
Somit macht es Facebook seinen Nutzern sehr einfach mit diesem Link.
Informationen wird Bedeutung zuteil - in Abhängigkeit von Klicks.
Je mehr Klicks etwa ein Bild hat, desto beliebter wirkt es.
Der "Gefällt mir-Button" ist etwas für Faule, die sich aber trotzdem mitteilen wollen.
Dabei ist die Aussage wenig bis gar nicht gehaltvoll, sofern überhaupt eine Aussage existiert.
Praktisch. Mir gefällt, was ich sehe. Einfach mal klicken. Warum mir etwas gefällt, das kann ich ja für mich behalten. Ich muss es ja nicht zwangsläufig kommentieren.
Meiner Meinung nach sollte wieder mehr debattiert, kontrovers diskutiert und lebhaft kommuniziert werden.
Dass das mächtigste soziale Netzwerk dafür die falsche Plattform ist, liegt auf der Hand.
Aber trotzdem:
Auch in der ach so schnellen und gehypten Onlinewelt sollte doch eine adäquate Meinungsbildung möglich sein!