Spannend aus der Anbieterperspektive, in die ich mich hineinzusetzen versuchte.
Ärgerlich aus der "Abnehmerperspektive", schließlich bin ich ja treuer Kunde dieser Marke*.
Initialzündung war mein Post auf der Facebook-Seite der Marke. Ich hatte nachgefragt, warum das Produkt nicht mehr ausliegt. Da ich aus meiner kleinen, dreijährigen Einzelhandelszeit weiß, dass auch mal Lieferengpässe, Lagerprobleme & Co die Ursache sein können.
Vulgo: Die Hoffnung, dass das Produkt nicht aus dem Sortiment genommen wurde, war noch vorhanden ;-)
Leider wurde ich schnell (großes Lob für die Facebook-Fraktion auf Markenseite!) enttäuscht.
Der Artikel wurde aus dem kompletten Sortiment genommen. :-(
Wie blöd!
Aber was mögen die Gründe sein? Das frage ich mich immer noch und zu gerne hätte ich eine Antwort, hehe.
- Klar: Der Artikel hat nicht mehr (genug) Gewinn eingebracht.
Aber das ist ja nur die finanzielle Metaebene. Und eine Vermutung meinerseits. Ich stecke ja nicht drin im Unternehmen.
Was mögen jedoch noch andere, ausschlaggebene K.O.-Kriterien gewesen sein?
Meine weiteren Vermutungen:
1- Der Artikel ist schon zu lange im Sortiment und musste neuen Produkten weichen (denkbar, da der Artikel zu Jahresbeginn aus dem Sortiment genommen wurde)
2- Die Größe/der Aufbau des Waren-Displays ist fest vorgegeben (siehe 1)
3- Aus "alt" mach "neu" - Neukonzeption/Ausrichtung des Schwerpunktes bzgl Display
Ich habe dann, nachdem ich den Verlust verkraftet hatte, mich bei der Konkurrenz umgeschaut.
Kein auch nur ansatzweise vergleichbares Produkt auffindbar!
Das heißt für mich, dass mein heiß geliebter Artikel (Rest in peace!) ein Nischenprodukt war.
Also grundsätzlich gut aus Marketingsicht. Die Marke erlangte außerdem eine recht große Bekanntheit, sodass sich das Sortiment zunehmend vergrößert und die Preise mittlerweile sehr human sind.Und das alles ohne große Web-, TV-, oder Printkampagnen. Product Placement gab es auch nicht :-D
Keine "Discountpreise", Preis-Leistungs-Verhältnis optimal aus meiner Sicht!
Umso erstaunlicher, dass es wohl zu wenig Käufer gab. Mein heißgeliebter **** ist wohl ein Nischenprodukt geblieben. Sehr schade!
Aber Motivation mal wieder meine Bücher über Käuferverhalten rauszuholen! :-)
In diesem Sinne...
Motivierende Grüße an alle Leser.
Solveig
( *In diesem Falle mag ich Neutralität und nenne im wahrsten Sinne des Wortes keine Namen )
3 Kommentare:
Der Grund lässt sich nicht immer auf Grund des direkten Absatzes ermitteln. Vielleicht ließe die Ermittlung des optimalen produktionsprozesses eine Herstellung dieses Produktes nicht mehr zu. Das wäre vor allem möglich, wenn es ein kleines Unternehmen ist.
Vielleicht wurde das Produkt herausgenommen, da der Deckungsbeitrag dieses Produktes zu gering war und musste darum weichen.
Oder es wäre auch möglich, dass es aus Imagegründen weichen musste (kontrahierungspolitisches Image oder ökologisches und somit käufergebundenes Image).
Aber das sind nur wage Vermutungen. :)
Danke für deinen Kommentar ;)
D.h. also die Produktionskosten waren höher als der Gewinn?
Unter Deckungsbeitrag würde ich jetzt verstehen, dass nicht kostendeckend gearbeitet wurde. D.h. die Stückkosten waren zu hoch?
Hallo Solveig,
das wundert mich auch immer wieder. Bei Ikea z.B. die weißen aufklappbaren Schuhschränke, die es jetzt nur noch in beige und einem viel schlechteren Design gibt. Was soll das?
Ich vermute, dass viele Firmen der Fehleinschätzung unterliegen, dass sie mal was Neues machen müssten. Und das zieht sich durch alle Branchen. Schon mal versucht ein klassischs schwarzes Kleidungsstück zu erwerben oder ein klassisches Möbelstück?
Das ist fast unmöglich, weil (fast) alle meinen, sie müssten den neuesten modischen Mist anbieten. Aarrrg.
Fazit: Die meisten Menschen kaufen irgendwelchen mist, weil es nichts Passendes gibt. Unsere Wirtschaft ist rein angebotsorientiert. Welche Firma fragt schon die eigenen Kunden, was die wollen? Da beauftragt man lieber eigene Mitarbeiter oder externe Firmen, die für viele hunderttausend Euro ein Produkt entwickeln, dass zwar dann haben will. Wie oft schon habe ich gesagt: "Muss ich das jetzt auch noch selber herstellen...?"
Grüße, Stephan
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